Biologie des ZŘgelastrildes
(Quelle: AZ-Nachrichten 10/00)
Artikel geschrieben von Manfred Giebing

Estrilda
rhodopya -
(Linne, 1758)


von:
M. Giebing (18590)





Allgemeines


Der
Zügelastrild war immer nur zeitweise im Handel, um dann wieder
ein paar Jahre völlig zu fehlen. Der Erstimport für Europa
war wohl 1877. Er wird häufig mit dem Grauastrild verwechselt,
obwohl die beiden Arten an ihren Schnäbeln erkennbar sind. So
hat der Zügelastrild einen dunklen und schwärzlichen
Schnabel, welcher nur an den Schneiden des Oberschnabels rötlich
ist. Der Grauastrild hat dagegen einen roten Schnabel.





Systematik


Der
Zügelastrild (Estri]da rhodopyga) bildet mit anderen
kleinen Astrilden die Gattung (Estrilda Swains., 1827) welche
zur Familie Prachtfinken (Estrildidae) gehört. In seinem
nicht allzugroßem Verbreitungsgebiet hat er drei Unterarten
ausgebildet: rhodopyga, centralis und frommi.





Verbreitung,
Lebensraum


Er
ist verbreitet vom Sudan (nordwärts bis Khartum, westwärts
Darfur), Nordäthiopien und Sambia durch Ostafrika und das
östliche Zaire bis Nordmalawi.


Er
bewohnt trockene Buschsteppen und Graslandschaften, lebt weiter an
Flußufern und in Gärten, welche sich in mittlerer
Höhenlage befinden. Weitaus häufiger ist er aber im
Hochland bis über 1600 m über NN zu finden.





Kennzeichen



Die Größe
des Zügelastrildes liegt bei 10 bis 11 Zentimetern. Das
Grundgefieder von rhodopyga ist in beiden Geschlechtern
rehbraun mit feiner dunkler Querwellung. Die Oberschwanzdecken und
der Burzel sind rot. Die großen Flügeldecken und die
inneren Armschwingen sind außen rot gesäumt. Der Zügel
und der Streif durch das Auge sind rot. Wangen und Kehle sind
weißlich. Das Auge ist braun. Wie schon oben erwähnt, ist
der Schnabel schwarz während die Schneiden und die Wurzel des
Oberschnabels rot sind. Die Füße sind braun. Die
Geschlechter sind schwer von einander zu unterscheiden. Das Weibchen
hat Kehle und Wangen nicht so hell und stark ausgedehnt wie das
Männchen.



Die Unterschwanzdecken
beim Weibchen sind nicht so schwarz-braun wie beim Männchen,
sondern graubraun. Der Jungvogel hat weder den roten Augenstreif, er
ist aber dunkel angedeutet, noch die Wellenzeichnung, kaum Rot auf
den Flügeln und einen schwarzen Schnabel. Der Nestling ist
nackend und fleischfarben. Im Schnabelwinkel sind drei weiß-bläuliche
Papillen sichtbar.



Centralis ist
von dunklerem Braun, aber sonst kaum von rhodopyga zu
unterscheiden. Frommi ist insgesamt grauer und das besonders
auf dem Kopf.





Verhalten,
Stimme


Er
lebt außerhalb der Brutzeit in kleineren bis großen
Schwärmen und streift umher. Es schließen sich Grau- und
Wellenastrilde, wie auch Kleinelsterchen und auch andere Arten diesen
Schwärmen an. Er ist bewegungsfreudig, aber nicht so lebhaft wie
seine Vettern Grau- und Wellenastrild. Wellenastrilde schlagen in der
Bewegung seitlich mit dem Schwanz, fächern ihn aber nicht wie
der Grauastrild.


Der
Kontaktruf ist ein rauhes »Tschä«. Der Distanzruf
ist ein lautes »Tschirr« und wird als Warnlaut noch
härter gerufen. Der Angstruf ist ein zweisilbiges »Tschuck-uck«.
Der Gesang setzt sich aus Kontaktruf und Distanzruf in wiederholter
Folge zusammen und hört sich an wie »Tschiek-i-tschirr«
oder »Tschie-tschätschärr«.





Unterbringung


Der
Zügelastrild ist ein Volierenvogel, da hier sein anmutiges Wesen
vortrefflich zur Geltung kommt. Während der Eingewöhnung
sollte er warm, so zwischen 20—25 °C gehalten werden. Danach
empfiehlt sich eine Haltung zwischen 18—20 °C. Er eignet
sich ebenfalls für eine Außenvoliere. Für die
Uberwinterung muss ein heizbarer Schutzraum angegliedert sein,
ansonsten die Zügelastrilde beim ersten Frost schon in eine
Innenvoliere umgesetzt werden müssen. Man sollte ihnen keine
Temperatur unter 15 °C zumuten. Die Voraussetzung zur Zucht ist
eine gut bepflanzte Voliere, welche noch zusätzlich mit Binsen,
Schilf oder Bambus ausgeschmückt sein sollte. Es werden so die
Krallen in Grenzen gehalten. Am besten wird dieses noch vor der
Zuchtabsicht kontrolliert. Neben mehreren Kiefernzweigen, welche die
Wände bis auf die Vorderseite ausschmücken, sind noch zwei
Baumspitzen freihängend an der Decke befestigt. Der Boden ist
bis auf eine Ecke, welche mit Heidekraut und Farnkraut in einem
Torf-Sand-Gemisch gepflanzt ist, dick mit Sand bestreut. Da sie gerne
baden, ist täglich für frisches Wasser in einer Schale zu
sorgen.





Fortpflanzung


Auch
Zügelastrilde sollten nicht vor dem 1. Lebensjahr zur Zucht
eingesetzt werden, damit sie voll und kräftig entwickelt sind.
Sie führen wie alle Prachtfinken eine monogame Ehe. Es ist
darauf zu achten, dass der Zügelastrild bei guten Bedingungen
nicht durch zu viele Bruten ausgelaugt wird.





Paarbildung,
Balz


Während
der Balz sitzt das Männchen auf einem Ast und schnellt mehrmals
in die Höhe, hält sich aber währenddessen mit den
Krallen fest. Hierbei läßt er sein Lied »Dü-dü-trrrr«
hören. Das Gefieder von Bauch und Flanken ist leicht aufgestellt
und der Schwanz dem Weibchen zugewandt. Die eigentliche Kopula
erfolgt im Nest.





Nest


Das
Nest wird zwischen Gräsern gebaut, kaum einmal niedrig in einem
Strauch. Es wird aus Grashalmen und Grasrispen gefertigt. Die
Eingangsröhre kann einen ziemlichen Durchmesser haben. Zum
Schluss werden Erd- und Torfbrocken eingetragen, womit auch der
Eingang wohl gefestigt wird, aber hauptsächlich um vom
eigentlichen Brutnest abzulenken. Auch wird oftmals auf dem
eigentlichem Nest ein sogenanntes Hahnennest gebaut. Der Grund ist,
Schlangen oder andere Feinde zu täuschen und von dem Gelege oder
die Brut abzulenken.





Ei,
Gelege


Das
Gelege besteht meist aus fünf weißen Eiern. Die Brutdauer
beträgt 12—13 Tage und beginnt meistens mit der Ablage des
vorletzten bzw. letzten Eies. Beide Partner wechseln sich tagsüber
beim Brüten ab und des Nachts bedecken sie gemeinsam das Gelege.





Schlupf,
Aufzucht



Die Jungen werden nach
dem Schlupf von beiden Eltern gefüttert und etwa eine Woche
gehudert. Sie fliegen mit 19—21 Tagen aus und kehren nicht zum
Nächtigen ins Nest zurück. Nach zwei bis drei Tagen
schaffen sie es schon gezielt einen Ast anzufliegen, wo sie dann
dicht aneinandergekuschelt auf Nahrung warten. Zwei Wochen nach dem
Ausfliegen sind sie selbständig und können von den Eltern
getrennt werden.





Ernährung



Der Zügelastrild
erntet vor allem Grassamen vom Halm oder er nimmt die
heruntergefallenen Körner vom Boden auf. Vom Boden werden auch
einige Insekten aufgenommen. Sie sind nicht anspruchsvoll. Eine
Hirsemischung mit kleineren Körnern und ein
Hänfling-Girlitz-Gemisch werden in größeren
Blumenuntersetzern gereicht. Im Sommer und Herbst warten sie schon
auf einen Strauß aus Wildkräutern mit halbreifen bzw.
reifen Sämereien.



Diese werden an die
Volierendecke gehängt und dort abgeerntet. Regnet es, so gibt es
gekeimte Hirse. Im Herbst und Winter gibt es regelmäßig
ein Stück Apfel oder Salat. Zur Mauserzeit gibt man halbierte
Salatgurken, damit keine Schwierigkeiten auftreten. Für iie
Aufzucht der Jungen benötigt der Zügelastrild weniger
tierische Nahrung, dafür aber mehr gekeimte und halbreife
Sämereien. In den ersten Tagen stellt man ihnen Mückenlarven
oder Wasserflöhe, natürlich können es auch Blattläuse
sein, zur Verfügung. Danach reicht man frischgehäutete
Mehlwürmer oder Fliegenlarven. Je älter die Jungen werden,
je mehr Sämereien werden verfüttert.





Beschreibung



Größe ca.
25—2 7 cm, Stirn und Kopfseiten sind violett metallisch glänzend
gefärbt, Nacken Schulter, Bürzel und Schwanz sind blau
glänzend, Rücken und Schwingen grün mit gelbem
Schimmer. Das Auge ist orangegelb. Die Geschlechter sind gleich
gefärbt. Der 1,0 Purpurglanzstar unterscheidet sich vom 0,1
durch die Körpergröße, er ist ca. 1 cm größer
und hat im Alter von ca. zwei Jahren (dann ist er geschlechtsreif) am
Schnabelansatz eine kleine Erhebung, und das 0,1 eine kleine
Vertiefung. Der Größenunterschied ist deutlich zu sehen
wenn beide Geschlechter zusammensitzen. Bei allen meinen
Purpurglanzstaren ist dieses der Fall.





Ausklang


Der
Zügelastrild kann auch Anfängern empfohlen werden, denn er
ist anspruchslos und ausdauernd. In gut bepflanzten Volieren ist
seine Zucht relativ leicht und das ist doch ein Erfolg, über den
sich jeder Vogelliebhaber erfreut.



Copyright: Manfred Giebing
Norken, Deutschland
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