Der Rotmilan - Vogel des Jahres 2000
(Quelle: Homepage OKV im März 2000)
Artikel geschrieben von Karl-Heinz Werner

Die ersten Milane kreisen wieder am Himmel.


Den ersten Milan für dieses Jahr habe ich am 06.02.2000 in meiner alten
Heimat – dem Hunsrück – beobachtet: es war der etwas kleinere
„Bruder“ des roten Milans – der Schwarzmilan. Auf dem Heimweg
kreisten dann aber auch die Rotmilane über Hessen.


Kennzeichen: 61 cm Länge. Er ist ein schlanker, gut bussardgroßer
Greifvogel. Die Altvögel sind rostbraun gefleckt – mit hellerem Kopf.
Die Jungtiere sind dunkler gefärbt mit braunerem Kopf. Die Füße
sind gelb – die Augen sind orangegelb.


Kopf: der Kopf ist hellgrau, deutlich von überwiegend rostrotem Gefieder
abgehoben.


Flugbild: die sehr langen und schmalen Flügel weisen auf der Unterseite
auffällig hellere Flecken auf und werden oft stark angewinkelt gehalten.
5 sichtbare Handschwingen sind im ausgestreckten Flügel gut erkennbar.
Charakteristisch für den Rotmilan ist sein langer, rost-roter, tief gegabelter
Schwanz.


Spannweite: die Spannweite liegt zwischen 145 – 155 cm. Gewicht: 900 –
1200g


Stimme: ähnlich wie die des Schwarzmilans, doch mehr jammernd „hiä
– hij – hij- hij – hiäh“.


Verhalten: der Rotmilan jagd häufig anderen Greifvögeln die Beute
ab. Der ehemals typische Zugvogel unter den Greifern bricht auch öfter
seine Tradition. Zuletzt beobachteten Ornithologen vermehrt, daß Rotmilane
auch in heimischen Gefilden überwintern. Möglicher Grund für
diese Umstellung: milde Winter und die Erschließung neuer Nahrungsquellen.
Der Rotmilan erweist sich als echter Kulturfolger und hat besonders Mülldeponien
als ganzjährig nutzbares Jagdrevier entdeckt. Dort holt er sich Mäuse
und Ratten, verschmäht aber auch Aas und Küchenabfälle nicht.
Oft ist das Leben auf der Mülldeponie ungefährlicher als der Zug ins
Winterquartier. Traditionell verbringt der Rotmilan die Wintermonate in Spanien,
Portugal oder Südwestfrank-reich, wo er auch in den Wintermonaten ausreichend
Nahrung findet. Meist kehren die Milane Anfang Februar in ihre hessische Heimat
zurück. Allen Gesetzen und internationalen Schutzbestimmungen zum Trotz,
holen jedes Jahr in Frankreich schießwütige Jäger Hunderte ziehender
Milane vom Himmel.


Brut: die Brutzeit liegt zwischen März und Juli. Das Nest ist meist in
Baumkronen bestehend aus Aststücken und Reisig. Die flache Mulde ist mit
Pflanzenteilen ausgepolstert. Meist werden 2 – 3 Eier gelegt. Die Brutdauer
beträgt 28 – 30 Tage. Die Nestlingszeit der jungen Rot-milane liegt
zwischen 45 – 50 Tagen.


Verbreitung: der größte Teil der Population lebt in Mit-teleuropa
mit deutlichem Schwerpunkt in der Bundesrepublik, aber auch in NW – Afrika
und SW – Asien ist er anzutreffen. In den Alpen, dem Alpenvorland, dem
Bayerischen Wald und dem Böhmerwald sowie in weiten Teilen des östlichen
Mitteleuropas kann man Rotmilane nur zur Zugzeit beobachten. Als Lebensraum
bevorzugen sie bergige, abwechslungsreiche Landschaft mit altem Laubbaumbestand
und offenen Flächen. Ebenso wie der Schwarzmilan jagt auch der Rotmilan
vorwiegend über offenes Gelände, wo er Beutetiere bis Haushuhn –
bzw. Junghasengröße schlägt. Sogar das Fangen von Lachmöwen
oder „hassenden“ Krähen in der Luft wurden schon nachgewiesen.
Er besucht zudem Landstraßen und Eisenbahnlinien, um die dort überfahrenen
Tiere aufzunehmen. Rotmilane horsten bevorzugt auf hohen Eichen oder Buchen,
in Südeuropa werden auch Felsenhorste gebaut. Ähnlich dem Schwarzmilan
betätigt sich der Rotmilan während der Brust als „Lumpensammler“
– nach Ablage des ersten Eies trägt er oft große Mengen Papier-
und Plastikstoffen zum Horst. Das Weibchen brütet allein. Die Jungen verlassen
kurz nach dem Ausfliegen zusammen mit den Eltern das Brutgebiet und verstreichen
meist in südlicher Richtung; sie erscheinen dann oft schon im September
in Frankreich, Spanien oder Nordwestafrika, ihrem Überwinterungsgebiet.


Copyright: Karl-Heinz Werner
Rosenthal, Deutschland
Homepage: http://www.okv.maba.net/
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