Goldammer, Vogel des Jahres 1999
(Quelle: Homepage OKV im Mai 2000)
Artikel geschrieben von Karl-Heinz Werner

Die Länge der Goldammer ist 16,5 - 17 cm. Sie ist etwas größer
als der Buchfink. Der Kopf ist goldgelb - Scheitel und Wangen sind braun
umrandet. Der Rücken und die Flügel sind gelblichbraun, dunkelbraun
längsgestrichelt. Der Bürzel ist auffällig zimtbraun. Der
Schwanz ist schwärzlich mit weißen Außenkanten. Die Unterseite
ist gelb. Brust und Flanken sind bräunlich längsgestrichelt.
Die Weibchen und die Jungvögel sind bräunlicher und stärker
gestrichelt. Der Schnabel ist dunkelgrau gefärbt und klobig. Um die
vorwiegend mehlhaltigen Sämereien zu knacken, dient ein Hornhöcker
auf dem Gaumen. Die Er-nährung besteht überwiegend aus pflanzlicher
Nahrung (Samen, Getreidekörner und Grasstücke). Im Sommer-halbjahr
zieht sie jedoch tierische Nahrung vor. Ihre Lieb-lingsnahrung sind Haferkörner.
Das Gewicht liegt bei ca. 30 g. Die Stimme bzw. der Ruf ist >zrik<,
>zürr< oder >zip zi zi<. Der Gesang besteht aus einer kurzen,
stereotypen, ansteigenden Strophe mit abwärts gezogenem Schlußton
wie >zizizizizizieh<. Besonderes Verhalten: sie singt von er-höhtet
Warte und zuckt häufig mit dem Schwanz. Die Brut-zeit der Gold-ammer
liegt zwischen April bis Juli - meist werden 3 - 5 Eier gelegt. Die Brutdauer
liegt zwischen 12 und 13 Tagen und die Nestlingszeit der geschlüpften
Jung-tiere zwischen 9 und 14 Tagen. Es werden meist 2 Bruten im Jahr absolviert.
Die Goldammer ist in Europa und Asien verbreitet.

Die Goldammer, unsere häufigste Ammer, bewohnt ein ähnliches
Biotop wie die Grauammer, nämlich Feldgehölze und Bahndämme,
darüber hinaus ist sie aber häufig auch an Waldrändern und
in Fichtenschonungen zu finden. Im Gebirge geht sie im allgemeinen nicht
über 1200 m Höhe. Schon ab Februar singen die Männchen von
einer erhöhten Warte aus ihr schwermütig klingendes Liedchen,
das im Volksmund mit "wie wie hab` ich dich lieb" ganz treffend wiedergegeben
wird. Der Gesang dient dazu, um ein Weib-chen anzulocken. Beim Auftauchen
eines Nebenbuhlers geht es recht aggressiv zu. Wenn der Gesang zur Revier-verteidigung
nicht ausreicht, kommt es zu Hetzjagden oder zu direkten Kämpfen.
Die Singwarte liegt meist in unmittel-barer Nähe des Nistplatzes.
Bei den Goldammern sucht sich das Weibchen das Männchen aus. Wo ein
Männchen singt, läßt das Weibchen sich zur Probe flatternd
auf dem Boden nieder. Mit hängenden Flügeln in gebückter
Haltung und leicht gesträubtem Gefieder nehmen sie kleine Stein-chen
oder Pflanzenteile auf, welches mit wechselndem Partner geschieht. Hat
sich ein Weibchen für ein Männchen entschieden, hört dieses
Steinepicken sofort auf. Das Männchen sammelt jetzt Halme, läuft
damit eine Weile mit teilweise leisem Gesang umher, läßt die
Planzenteile plötz-lich fallen, um gleich darauf wieder mit neuem
zu balzen. In dieser Phase verhält sich das Weibchen noch sehr ag-gressiv
gegen den zukünftigen Partner. Das Männchen muß sich alle
Mühe geben, um die Aggressionen des Weibchens abzubauen. Mit aufgerichtetem
Körper, mit breit gefächer-tem Schwanz, zitternd, aufgeplustert
und gesenktem Schnabel umwirbt er die Zukünftige. Hat sich ein Paar
ge-funden, sitzt das Weibchen meist einen Meter unter dem Männchen
dicht am Stamm.

Das Männchen zeigt mit angedeuteten Nestbaubewegungen dem Weibchen
mögliche Neststandorte. Hat sich das Weib-chen für eine Nistplatzstelle
entschieden, wird das Nest oft sehr niedrig im Gestrüpp, in kleinen
Bäumen oder ver-steckt auf dem Boden gebaut. Aus dürren Grashalmen
bis zu knapp einem Meter Länge wird der Grundbau herge-stellt. Darauf
wird vom Weibchen aus trockenen Gräsern, Halmen, Stengeln und Moos
ein Napf gebaut, welcher mit feinen Haaren, Tier- und Pflanzenwolle sorgfältig
ausgepol-stert wird. Wird das Nest auf dem Boden gebaut, entfällt
der Unterbau. In diesem Fall wird vom Weibchen eine Bo-denmulde ausgescharrt.

Nach Fertigstellung des Nestes dauert es noch etwa sechs Wochen, bis
die Friedfertigkeit so weit hergestellt ist, daß die Begattung erfolgen
kann. Mit waagerechter Körperhal-tung, Flügelzitten und tief
eingeknickten Beinen fordert nun das Weibchen das Männchen auf, die
Befruchtung zu vollziehen. Die Eier haben eine weiße bis rötliche
Grund-farbe und sind mit dunklen Schnörkeln und haarfeinen Schnörkeln
gezeichnet. Nach täglicher Eiablage werden die Eier vom Weibchen,
seltener vom Männchen, ausgebrütet. Die Jungen werden auch vom
Männchen gefüttert. Sie be-kommen ausschließlich Insekten
(Käfige, Heuschrecken, Würmer, Schmetterlinge, Spinnen sowie
Larven der Insek-ten und Raupen der Schmetterlinge) die in den ersten Ta-gen
im Kropf der Eltern vorgeweicht werden. Altvögel er-nähren sich
neben den Gliederfüßlern vorwiegen - im Win-ter ausschließlich
- von Grassamen und Getreidekörnern. Wenn die Jungen das Nest verlassen,
sind sie noch flu-gunfähig. Nach weiteren 2 bis 3 Wochen können
sie fliegen und nach etwa einer weiteren Woche sind sie selbständig.
Bei Störungen am Nest ab dem 8. Lebenstag, verlassen die Jungen fluchtartig
das Nest, und verstreuen sich in alle Richtungen. Sie verstecken sich dann
unter Grasbüscheln oder sonstigen Verstecken. Sie kehren nicht mehr
ins Nest zurück. Die flüggen Jungvögel, ähnlich gefärbt
wie Grau-ammer- und Zaunammer-Weibchen, sind an ihren zimt-braunen Bürzeln
zu erkennen. Im Winter sammeln sich die Goldammern zu kleineren Schwärmen
und suchen auf Fel-dern nach Körnern.


Copyright: Karl-Heinz Werner
Rosenthal, Deutschland
Homepage: http://www.okv.maba.net/
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