Werbung

Bird-Box Klein
Die Dohle
(Quelle: AZ-Nachrichten 10/2001)
Artikel geschrieben von Manfred Giebing

Allgemeines

Die Dohle ist ein Rabenvogel, der sich ganz besonders dem Menschen angeschlossen hat. Häufiger als im Wald brütet sie auf Kirchtürmen, Burgen und alten Ruinen. Deshalb ist es nur verständlich, dass der Volksmund sehr viele Namen für sie hat wie Graue Dohle, Schneedohle, Dohlenrabe, Turmkrähe, Thurmvögele und andere. Der wissenschaftliche Name übersetzt lautet Rabendohle.




Kennzeichen

Die Länge beträgt 33 bis 34 Zentimeter, das Gewicht 193 bis 290 Gramm und die Spannweite 67 Zentimeter. Bei uns lebt die mitteleuropäische Form (Coloeus monedula sperimologus). Sie ist ein taubengroßer, grauschwarzer Rabenvogel, der aus der Ferne wie eine »Krähe« aussieht, so wie seine Vettern Raben- und Saatkrähe. Bei näherem Hinsehen werden aber die Unterschiede deutlich: Hinterkopf, Nacken und Ohrdecken sind grau und stehen im starken Kontrast zur sonst schwarzen Oberseite. Unterseits ist sie grauschwarz. Sie hat einen kürzeren und kleineren Schnabel als die Krähen. Auch ist ihre Haltung aufrechter als bei den anderen Krähen. Die Augen der Dohle sind von der schwarzen Iris abgesehen, fast weiß. Jungvögel ähneln im Federkleid den Weibchen. Sie sind bräunlich im Gefieder und haben auffallend porzellan-blaue Augen. Nach der Mauser im August/September gleicht ihr Gefieder den Altvögeln, doch Schwanz und Flügel sind immer noch brauner gefärbt.




Verbreitung und Lebensraum

Die Dohle bewohnt sehr lückenhaft die nördliche und gemäßigte Zone Eurasiens, wobei einzelne Populationen sich in der Gefiederfarbe unterscheiden. Die östliche Unterart soemmeringii trägt, wie ihr Name Halsbanddohle schon sagt, ein an der Kehle unterbrochenes, weißliches Halsband. In großen Parkanlagen, in Alleen, aber auch im Wald, wenn die Schwarzspechte dort in hohen Bäumen ihre Höhlen hinterlassen haben oder auf steilen Felsen, in Burgruinen und auf Kirchtürmen in Städten ist die Dohle zu finden. Hier fällt uns das ausgeprägte Vergnügen an ihren Flugspielen auf. Sie lassen sich aus großer Höhe wie ein Stein fallen, steigen wieder in die Höhe um sich vom Aufwind tragen zu lassen. Sie ist gesellig und so sind stellenweise Kolonien bis zu 100 Stück keine Seltenheit. Dieser Geselligkeitstrieb bringt sie dazu, sich im Winter in Schwärmen der Saatkrähen einzureihen. Nur durch den Ruf »Kja-kja« ist festzustellen, dass sie sich im Schwarm der Krähen aufhalten. Sie haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Innerhalb der Kolonie kennt jeder jeden. Ist einer von ihnen in Gefahr, so ruft er »Jüp«. Alle kommen dann zu Hilfe, bringen den Ruhestörer zur Vernunft oder vertreiben den Feind. Auch wissen sie, wenn von ihnen noch welche unterwegs sind. Es herrscht eine strenge Rangordnung, die meistens nur durch Tod oder „Heirat“ geändert wird. Entsprechend wird das Weibchen nach dem Rang des Männchens eingereiht. Durch die Rangordnung werden schwächere Mitglieder der Kolonie geschützt.




Stimme

Die Dohle hat einen starken Nachahmungstrieb, Hühnergegacker und das Miauen von Katzen zu imitieren versteht sie täuschend ähnlich. In Menschenobhut lernen manche Dohlen sogar menschliche Worte zu sprechen. So glaubte man früher, um solche Fähigkeiten zu wecken, müsste man den Dohlen »die Zunge lösen«. Zum Glück lässt man es heute sein, da man es inzwischen besser weiß. Die Fähigkeiten des Erlernens sind nämlich individuell.




Brutbiologie

Dohlen werden mit zwei Jahren fortpflanzungsfähig. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Im Alter von 11 Monaten, also schon in dem Geburtsjahr folgenden Frühling, ist die Geschlechtsreife eingetreten. Sie bringen aber ihre Brut noch nicht groß, weil es ihnen an Lebenserfahrung fehlt. Junge Dohlen verloben sich im ersten Frühling nach ihrer Geburt. Jetzt verteidigt einer den anderen und steckt ihm Leckerbissen zu. Auch kraulen sie sich zärtlich. Dohlen leben monogam, deshalb wird ein Partner nur nach dem Tode ausgewechselt. Schon im Januar finden laute Zusammenkünfte und Höhleninspektionen statt.




Paarbildung, Balz

Bei der Balz stellt das Männchen seine Scheitelfedern, bei durchgedrücktem Nacken und aufgerichtetem Hals, hoch und stolziert vor dem Weibchen umher. Seine leisen »Gäck«-Rufe werden vom Weibchen mit horizontalem Schwanzwedeln beantwortet. Die nachfolgende Kopulation wird unter lautem Rufen vollzogen. Es erfolgen auch Kopulationen auf dem Nest.




Nest

Dohlen bauen als Höhlenbrüter ihre Nester in Baumhöhlen, Felslöchern, Mauernischen und auch Schornsteinen. In den Niederlanden und Belgien werden auch Kaninchenbauten bezogen. In Orten werden Türme von Kirchen und Schlössern von Dohlen bewohnt. Brütet die Dohle einzeln, so kann sie in alten Reiher- und Seeadlerhorsten einnisten. Sie soll auch schon als Untermieter in einem Weißstorchenhorst gebrütet haben. Selbst Freinester sollen in Kiefern, Kopfweiden, Zypressen in einer Astgabel oder am Stammausschlag gebaut worden sein. All diese Möglichkeiten zeigen die Variabilität der Dohle bei der Wahl ihres Brutplatzes, der gemeinsam festgelegt wird. Im März/April beginnt bei guter Witterung der Bau des Nestes, an dem beide Brutvögel beteiligt sind. Das Männchen errichtet vor allem den Unterbau, während das Weibchen hauptsächlich die Nestmulde auskleidet. Schlechte Witterung kann den Nestbau verzögern. Der Unterbau wird hauptsächlich aus Zweigen und Reisern gebaut, die vom Männchen abgerissen oder vom Boden aufgesammelt werden. Die Mulde besteht aus Federn, Tierhaaren, Moos und anderes. Es kann vorkommen, dass Dohlen sich auf weidende Tiere setzen, um ihnen Haare oder Wolle auszuziehen. Je nach Gegebenheiten kann ein Dohlennest bis zu 20 Kilogramm wiegen.




Eier — Gelege

Die fünf bis sechs Eier sind hellbläulich bis grünlichblau und mit dunklen Flecken versehen, die sich am stumpfen Pol verdichten. Sie haben ein Frischgewicht von ca. 12 g. Ihre Größe beträgt 35 x 25 mm. Die Eiablage erfolgt täglich in den Morgenstunden. Der Brutbeginn ist individuell verschieden und kann vom ersten bis zum vorletzten Ei erfolgen. Das Weibchen brütet fast allein die 17 bis 18 Tage und wird vom Männchen aus dem Kehlsack mit Futter versorgt. Sobald das Weibchen aus hygienischen Gründen das Nest verlässt, wird es vom Männchen abgelöst, welches sonst in der Nähe sitzt und Wache hält.




Schlupf - Aufzucht

Die frischgeschlüpften Nesthocker wiegen knapp 10 g. Sie sind mit weißlichgrauen Dunen versehen. Ihr Rachen ist rosaviolett und die Randwülste sind blassgelb. In den ersten Tagen werden die Jungen intensiv gehudert. Danach versorgen beide Eltern die Jungen. Während die Eltern auf Futtersuche sind, bilden die Jungen eine Wärmepyramide. Mit 12 Tagen beginnt die Offnung der Augen und ist mit 17 Tagen beendet. Die Jungen fliegen mit etwa 40 Tagen aus. Eltern und Angehörige der Kolonie überwachen dieses und umschwirren das Junge um ein Abstürzen zu verhindern. Nach dem Ausfliegen schließen sich die Dohlen in Schwärmen zusammen.




Nahrung

Die Gestaltung des Speiseplanes ist auch variabel, da die Dohle Allesfresser ist. Sie frisst Früchte, Samen, Insekten, Würmer und Aas. Auch Mäuse und Frösche, Vogeleier und Jungvögel werden nicht verschmäht. Beeren und Obst schmecken ihr auch und oft genug muss sie sich mit ein paar Abfällen begnügen. Sie wurde auch beim Absammeln von Parasiten beim Großvieh beobachtet.




Haltung und Zucht

In den Volieren der Vogelzüchter haben Dohlen kaum Einzug gefunden. Zum Teil liegt es an ihrer düsteren Farbe aber auch an der großen Voliere für ihre Unterbringung. Die Aufzuchtsstatistiken zeigen deshalb keine hohen Nachzuchten an. Die Aufpäppelung von verunglückten jungen Dohlen ist einfach, da sie Allesfresser sind. Man füttert ihnen ein Gemisch aus mit Milch eingeweichtem Weißbrot und untermischten Insekten und zerkleinerter, gekochter Leber. Wem das nicht liegt, nimmt ein handelsübliches Weichfutter. Gelegentlich füttert man rohes Fleisch (Küken, Mäuse) dazu. Wegen der gehäuften dünnen Losung ist es angebracht Beofutter beizumengen. Die aufgepäppelten Dohlen sind stark auf den Pfleger geprägt und versuchen ihn überall nachzufolgen. Mit ihrer Sammelleidenschaft von kleineren glänzenden Dingen wie zum Beispiel Münzen und Schmuck kann sie manchen Arger bereiten. Durch Entziehung von Futter zwingt man sie, sich tagsüber welches zu beschaffen. Sie hat somit nicht mehr viel Zeit für ihr Hobby. Dohlen können ein Alter von 16 Jahren erreichen.


Copyright: Manfred Giebing
Norken, Deutschland

Aktuelle Angebote

WOODEN AVIARY ATACAMA
380,00 Euro 339,95 Euro
NEKTON-Tonic-F 500g
33,90 Euro 10,00 Euro
Claus Winterfutter 1000 g
5,30 Euro 2,50 Euro
JR Nager "Back to Instinct" Aktiv-Teppich 175 g
8,00 Euro 4,00 Euro
Ferplast Käfig/Voliere Nota grün
184,00 Euro 152,90 Euro
easyyem Eifutter für rote Kanarien Inhalt 1 kg MHD 12/2018
4,90 Euro 2,50 Euro
Käfighänger Acryl Midi (A)
11,90 Euro 5,00 Euro
Ferplast Käfig Rabbit 160 Schwarz *nur Abholung, keine Lieferung*
289,00 Euro 150,00 Euro

Datenschutzerklärung