Die Heidelerche
(Quelle: AZ-Nachrichten 12/93)
Artikel geschrieben von Manfred Giebing


Lullula arborea (Linne, 1758) - engl.: Wood Lark



Allgemeines


Der Name Heidelerche deutet auf ihren bevorzugten Aufenthalt hin. Weiterhin wird sie Baum- oder Waldlerche genannt. Dieses drückt eine ihrer bemerkenswerten Eigenschaften aus, oft in Bäumen bzw. Sträuchern zu sitzen. Ältere Ornithologen nennen sie auch noch Galerida arborea und geben somit einen Hinweis auf die Mittelstellung der Heidelerche zwischen Haubenlerche und Feldlerche.


Systematik


Die Heidelerche gehört zur Familie der Lerchen (Alaudidae) innerhalb der Unterordnung Singvögel (Passeres). Sie wird bei uns von der Nominatform Lullula arborea aborea vertreten.


Beschreibung


Die Heidelerche ist 15 cm groß und wiegt ca. 25 g. Sie ist kleiner als die Feldlerche. Ihr Gefieder ist haselnußbraun mit schwärzlicher Streifung. Ihr Schwanz ist viel kürzer und ohne weiße Kanten. Helle Überaugenstreifen treffen sich im Nacken. Sie hat in der Nähe des Flügelbugs dunkle Abzeichen. Ihre Haube ist nur zu sehen, wenn sie aufgestellt ist. Der Schnabel ist homfarben, unterseits rötlich und deutlich kürzer als der Kopf. Die Füße sind hellbraun. Das Auge ist dunkelbraun.


Nach dem Gefieder sind die Geschlechter kaum zu unterscheiden. Das Weibchen ist etwas kleiner. Der Gesang und das stark hervortretende Kloakenzäpfchen sind im Frühjahr die sichersten Merkmale für ein Männchen. Das Gefieder der Jungvögel ist schwarz gesprenkelt. Die Lerchen gehören zu den besten Läufern unter den Singvögeln. Mit trippelnden Schritten eilen sie dahin und nicken ständig mit dem Kopf. Die verlängerte Kralle der Hinterzehe gibt im sandigen Boden guten Halt.


Verbreitung und Lebensraum


Sie bewohnt Europa mit Ausnahme des hohen Nordens, Vorderasien und Nordafrika. Ihr Brutgebiet sind trockene Kiefernheiden, Kahlschläge und mit Gebüsch bestandene Abhänge im Flachland und Gebirge. Sie ist kurz gesagt der Charaktervogel unserer Heidegebiete. Auch sandiges Kulturland wird stellenweise von ihr besiedelt. Sie sitzt gerne auf freien Zweigen von Bäumen und Büschen. Sie ist Teilzieher und überwintert in Westeuropa und im Mittelmeergebiet. In kleinen Familientrupps verläßt sie uns im September/Oktober. Ende Februar/Anfang März kommt sie zu uns zurück.


Stimme


Ihr Gesang kann vom Boden oder einem Baum, meist jedoch im Singflug vorgetragen werden. Er ist melodisch und besteht aus einer schneller werdenden absinkenden Tonreihe wie ,,lulululu". Er wird Tag und Nacht vorgetragen. Mit ,,didli" oder ,,didelith" wird gelockt.


Fortpflanzung


Die Brutperiode beginnt im März und endet im August. Die Balz der Heidelerche steht der der Haubenlerche sehr nahe. Das Männchen hüpft unter Flügelschlagen um das Weibchen herum und läßt seinen Gesang dabei hören. Das Weibchen macht sich flach, fächert den Schwanz, und unter Flügelzucken erwartet es die Begattung.


Gemeinsam wird im Revier nach einem Nistplatz gesucht. Charakteristisch für dieses Suchen ist das Tragen von Halmen durch das Weibchen. Das Männchen bestimmt den groben Nistplatz, während das Weibchen den genauen Platz für die Mulde aussucht. In der Regel werden drei, manchmal sogar noch mehr Mulden angelegt. Die Anfertigung geschieht durch Hacken und Graben mit dem Schnabel. Die


gelöste Erde wird im Schnabel weggetragen. Das Nest ist meist versteckter angelegt als bei den anderen europäischen Lerchen. Für den Standort des Nestes gelten nachstehende Charakteristika:


- Das Nest muß gut gegen Sicht geschützt sein, aber nach oben frei sein, da die Heidelerche den offenen Himmel liebt.


- Es müssen Orientierungsmöglichkeiten und Singwarten vorhanden sein.


- Offenes Gelände um den Neststandort, damit das Paar zum Nest ohne Hindernisse laufen kann.


- Das Nest muß gegen Wind und Sonne geschützt sein und


- der Eingang des Nestes muß nach Norden auszurichten sein.


Den eigentlichen Nestbau bewerkstelligt das Weibchen allein. Man sieht zwar auch mal das Männchen mit einem Halm, aber hier scheint es sich wohl mehr um eine symbolische Handlung zu handeln. Der Unterbau des tiefnapfigen Nestes wird aus Gräsern und Würzeichen vermischt mit Moos gefertigt. Das Innere wird mit Haaren und feinen Hälmchen ausgepolstert.


Die 4-5 rosaweißen mit brauner Sprenkelung versehenen Eier werden täglich gelegt. Sie haben eine Größe von durchschnittlich 21,25 x 15,95 mm und wiegen 2,79 g bei einem Schalengewicht von 0,155 g. Die Brut beginnt mit Ablage des letzten Eies und dauert 13-15 Tage. Es brütet nur das Weibchen. Die geschlüpften Nesthocker sind dunkelgrau bedunt. Der Rachen ist gelb und die Randwülste gelblich weiß. Es befindet sich auf der Zungenspitze ein schwarzer Punkt und je ein weiterer beiderseits an der Basis. Die Jungen werden von beiden Alttieren gefüttert, nur ist der Fütterungstrieb des Männchens nicht so groß, da es ja Bewachungs- und Begleitungsaufgaben zu erfüllen hat. Die Nahrung wird bis zu einer Entfernung von 100 m geholt. Danach fliegen die Alttiere in den Nestring von 10-12 m ein und gehen die letzten Meter jede Deckung ausnutzend zum Nest. In vielen Fällen wird die Nahrung, besonders in den ersten Tagen, nur aus dem Nestring geholt, so daß die Vögel überhaupt nicht zu fliegen brauchen und somit auch kein Nest verraten können. Die Fütterungsintervalle eines Elternteiles liegen zwischen 15-20 Minuten. Bei einer Fütterung werden alle Jungen gefüttert. Der Kot wird aus dem Nest getragen und nach 4-5 m von diesem entfernt kurz vor dem Auffliegen fallen gelassen. Gegen Witterungseinflüsse sind die Jungen recht unempfindlich. Mit 5 Tagen öffnen sie die Augen. Bis zum 5.-6. Tag hudert das Weibchen. Am 7. Tag laufen die Jungen zum Füttern den Eltern entgegen. Bei Gefahr oder Störungen können sie ab 8. Tag schon das Nest verlassen, was sie in der Regel erst mit 11-12 Tagen machen. Ab 16. Tag sind sie voll flugfähig.


Von den Alttieren werden je nach Witterung bis zu drei Jahresbruten durchgeführt.



Nahrung


Die Heidelerche ist Gemischtköstler. Neben Spinnen, Insekten und Raupen verzehrt sie auch Sämereien, welche unenthülst verschluckt werden. Auch nimmt sie Grünteile zu sich. Ganz selten werden Früchte oder Beeren gefressen. Die Nahrung wird fast ausschließlich vom Boden aufgenommen.



Verluste


Wie alle Lerchen, so ist auch die Heidelerche beim Singflug durch den Sperber bedroht. Darüber hinaus werden Alt- und Jungvögel von Katzen, Mardern, Wiesel, Igel und anderen Säugern nicht verschmäht. Häufiger als bei Feld- und Haubenlerche tritt der Kuckuck als Brutschmarotzer auf. Diese angeführten Feinde können den Bestand der Heidelerche kaum gefährden. Anders ist es beim Feind Mensch. Durch Industrialisierung in Europa und Intensivierung von Forst- und Landwirtschaft geht viel Lebensraum verloren.



Haftung und Zucht


Die laut Literatur der Heidelerche nachgesagten höheren Ansprüche an die Ernährung lassen sich in der Voliere leicht befriedigen, da sie dort im natürlichen Bewuchs und auf dem natürlichen Boden eine Menge Lebewesen findet. Ihre Härte erkennt man daran, daß sie bis minus 15


Copyright: Manfred Giebing
Norken, Deutschland
Werbung

Aktuelle Angebote

Montana Cages Madeira III - Platinum Montana Cages Madeira III - Platinum
399,90 Euro 329,90 Euro
Montana Cages Madeira II - Antik Montana Cages Madeira II - Antik
299,90 Euro 249,99 Euro
Bach-Blüten Nr.  9 Entwicklung 10 g MHD 24.01.23 Bach-Blüten Nr. 9 Entwicklung 10 g MHD 24.01.23
9,15 Euro 5,00 Euro (500,00/kg)

Neu im Sortiment

bunnyBedding Easy türkis bunnyBedding Easy türkis
29,99 Euro
bunnyBedding Easy pink bunnyBedding Easy pink
29,99 Euro
bunny HamsterTraum basic 600g bunny HamsterTraum basic 600g
7,99 Euro (13,32/kg)

Datenschutzerklrung