Die Haubenlerche
(Quelle: AZ-Nachrichten 3/94)
Artikel geschrieben von Manfred Giebing

Galerida cristata (Linne, 1758) - engl.: Crested Lark



Allgemeines


Die Haubenlerche war schon Aristoteles (384-322 v. u. Z.) und
Plinius (23-79 v. u. Z.) bekannt und schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts
führte Friedrich der II. sie in seinem Vogelbuch auf Durch die Entwicklung
der Eisenbahn gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaum einen Ort, in dem
unsere Haubenlerche nicht seßhaft geworden war.


Der Ursprung der Haubenlerche soll in Afrika in der Sahelzone
bzw. in Äthiopien sein und erst 4000-2000 v. II. Z. soll sie mit der Viehzucht
und dem Getreideanbau nach Europa und Asien gekommen sein.


Der Name Haubenlerche ist treffend, denn auch weniger Kundige
werden an Hand der Haube den Vogel erkennen.


Weitere deutschsprachige Namen deuten auf ihren Bekanntheitsgrad
hin, wie Häubeleins-, Kapp-, Schopf-, Schöppleinslerche und Kotlerche.
Auch der wissenschaftliche


Name deutet auf die Haube hin. So bedeutet ,,Galends" von tat.
galeritus = mit einer Kappe oder Haube bedeckt und ,,cristata" aus tat. cristatus
= mit einem Federbusch versehen.


Systematik


Die Haubenlerche gehört in die Gattung der Lerchen mit
Federhaube (Galerida) und somit in die Familie Lerchen (Alaudidae) innerhalb
der Unterordnung Singvögel (Passeres). Sie wird bei uns durch die Nominatform
Golerido cristata cristata vertreten.


Beschreibung


Die deutlich spitze Haube, der schwachgebogene Schnabel und
der kurze Schwanz mit dunkler Mitte und hellbraunen Seiten sind ihre besonderen
Kennzeichen. Die Oberseite ist sandbraun und weniger stark gestreift als bei
der Feldlerche. Die Unterseite ist weiß und die Brust dunkel gestreift.
Nach dem Gefieder sind die Geschlechter kaum mit Sicherheit zu unterscheiden.
Die Weibchen sind etwas kleiner. Der Gesang und das stark hervortretende Kloakenzäpfchen
sind im Frühjahr die sichersten Merkmale für ein Männchen. Der
Schnabel ist hornbraun und die Füße hellbraun. Jungvögel sind
oben mehr gefleckt. Auch ist ihre Haube etwas spitzer. Sie gehört mit zu
den besten Läufern unter den Singvögeln und die verlängerte Hinterkralle
sichert ihr einen guten Halt.


Verbreitung und Lebensraum


Sie ist Brutvogel in der Südpaläarktis und darüber
hinaus in Afrika zwischen dem 10. und 20. Breitengrad. Sie ist ein Vogel trockener
Ödländereien mit lockerer Vegetation und kahlen Flächen. Weiträumige
Fabrikgelände, Flugplätze und Güterbahnhöfe sind ihre besiedelten
Lebensräume. Sie ist überwiegend Standvogel. Im Winter streift sie
gerne umher und sucht die Nähe des Menschen.


Stimme


Die Haubenlerchen haben große Nachahmungsfähigkeiten
und übernehmen viele Lockrufe und Gesangsbruchstücke anderer Sänger.
Ihr eigener Gesang ist weicher und flötenartiger als der der Feldlerche.
Er wird sowohl im Sitzen wie auch im Singflug vorgetragen. Ihr häufigster
Ruf ist ein lautes ,,düh - die - drija". Fast ebensooft hört man ein
weich ansteigendes ,,djui".


Fortpflanzung


Haubenlerchen führen aller Voraussicht nach eine monogame
Dauerehe. Im März findet meistens die Balz statt. Sie ähnelt der der
Heidelerche. Das Männchen hüpft unter Flügelschlagen um das Weibchen
herum und läßt seinen Gesang hören. Das Weibchen drückt
sich flach auf den Boden, fächert den Schwanz und zittert mit den Flügeln,
bis das Männchen die Begattung vornimmt. Die Nistplatzwahl wird durch das
Weibchen vorgenommen. Das Nest steht meistens auf ebenem Boden, kann aber auch
an Böschungen, hinter Steinen, zwischen Eisenbahnschwellen, Getreidefeldern
oder Wiesen gebaut sein. Sie haben von allen Seiten freien Zugang und sind auch
an keine Himmelsrichtung gebunden. Meistens ist es durch einen Stein oder Pflanzenbüschel
gedeckt. Der Nestbau beginnt immer mit dem Aushub einer Mulde, welche mit Schnabel
und Füßen geformt wird. Das Nistmaterial wird aus der Umgebung des
Nestes von 2O-40 m herangeflogen. Es baut nur das Weibchen. Es wird aber oft
vom Männchen begleitet. Das Nest besteht aus trockenen Gräsern und
Halmen. Ausgepolstert wird es mit feinen Gräsern und Haaren. Der Durchmesser
der Nistmulde beträgt 8 cm, bei einer Tiefe von 4,5 cm. Je nach Standort
kann das Gewicht des Nestes stark schwanken und zwischen 13 und 22 g liegen.
Die Bauzeit beträgt drei bis vier Tage. Die drei


- fünf bräunlichweißen mit rostiger Sprenkelung
versehenen Eier sind 22,2 x 16,6 mm groß und wiegen 3,24 g bei einem Schalengewicht
von 0,2 g. Die Brut beginnt mit Ablage des vorletzten bzw. letzten Eies nur
durch das Weibchen. Es wird auch nicht vom Männchen gefüttert, sondern
geht während der Brutpausen mit diesem auf Nahrungssuche. Nach 12-13 Tagen
schlüpfen die Nesthocker. Sie sind weißlich bedunt.


Ihr Rachen ist orangegelb und die Randwülste weißlichgelb.
Die Zunge weist insgesamt 3 schwarze Stellen auf. In den ersten Tagen werden
die Jungen nur vom Weibchen gehudert und gefüttert. Frühestens ab
5. Tag, wenn die Jungen die Augen geöffnet haben, beteiligt sich das Männchen
an den Fütterungen. Die futtertragenden Altvögel landen 3~2 m vor


dem Nest und laufen dann auf die Jungen zu, welche auf einen kurzen Pfiff hin
sofort Sperren und Girren. Der Kot wird in den ersten Tagen geschluckt und später
weggetragen. Die Jungen können mit 9 Tagen laufen, fliegen aber erst mit
drei Wochen. Beginnt das Weibchen mit einer Folgebrut, so werden die Jungen
nur vom Vater versorgt. Die Brutperiode währt von Ende März bis September.
Es können bis zu drei Jahresbruten durchgeführt werden.


Nahrung


Die Haubenlerche ist Gemischtköstler, wobei in den Sommermonaten
die tierische, im Jahresdurchschnitt jedoch die Pflanzennahrung zu überwiegen
scheint. Neben Spinnen, Insekten und Raupen, Schnecken und Regenwürmern
verzehrt sie Sämereien und Pflanzenteile und zwar: Getreide und Wildgrassamen,
Samen von Knöterich, Breitwegerich, Gänsefuß, Taubnessel, Ziest
und Leinkraut, Pflanzenteile von Gras und Getreide. Reichlich genommene Sandkörner
und Steinchen helfen bei der Verdauung. Die Haubenlerche liebt vorverdauten
Hafer aus Pferdeäpfeln, deshalb auch der Name Kotlerche.


Haltung und Zucht


Die Haubenlerche hält sich in Menschenobhut am besten
von allen Lerchenarten. Sie ist weniger scheu und begrüßt ihren Halter
mit einem Lockton und aufgestellter Haube. Die Mauser geht bei Alt- und Jungvögeln
im Juni bis September stets gut und ohne Schwierigkeiten vonstatten. Lerchen
lieben einen hellen und sonnigen Lebensraum.


Die Zucht wurde wohl zuerst von LIEBE 1893 beschrieben. Ein
ausführlicher Bericht ist auch bei STAHL 1969 nachzulesen.


An Futter reicht man der Haubenlerche neben einem guten Weichfutter
auch noch mit Hafer und Weizen angereichertes Waldvogelfutter. Unreife Sämereien,
wie sie sie in der Natur zu sich nimmt, sollten auf keinen Fall fehlen. Für
die Jungvögel dienen als Aufzuchtfutter Ameisenpuppen und kleinere Mehlwürmer.


Sind sie selbständig geworden, so sollten sie von den Alttieren getrennt
werden. Haubenlerchen haben in Menschenobhut ein Alter von 17-22 Jahren erreicht,
dagegen wurden in der Natur nur 8 Jahre nachgewiesen.


Literatur: - PÄTZOLD, R. (1971) Heide- und Haubenlerche, Wittenberg.
- LIEBE, K. Th. (1893) Ornithul. Schriften, Hennicke, Leipzig. - STAHL, J. (1989) Haubenlerche, GeL
Welt: 368. -STAHL, J. (1992) Haubenlerche, Sonderheft, VNW, Oberhausen.



Copyright: Manfred Giebing
Norken, Deutschland
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